MP3 Bitraten Ratgeber: Qualität und Unterschiede

16. Juli 2012 Kategorie: Grundlagen & FAQs

Die MP3 Bitrate gibt bei der Kompression von Audio- und Videodateien an, wieviel Bit dem Decoder zur Verfügung stehen, um genau eine Sekunde eines Stückes zu kodieren. Je höher die Bitrate ist, desto besser ist die erreichte Qualität. Die Bitrate kann dabei entweder konstant (konstante Bitrate, CBR) oder variabel (variable Bitrate, VBR) sein. Unser Ratgeber erklärt Ihnen die Unterschiede.

MP3 hat sich in den letzten Jahren als ein führendes Musik-Format im Internet durchgesetzt und alle gängigen MP3-Player unterstützen dieses Format. Doch wo liegen die Unterschiede im Bitraten Dschungel?

Welche MP3 Bitraten gibt es? Wie ist die Qualität?

Man unterscheidet zwischen den folgenden gängigen Bitraten bei MP3 Dateien: 32, 40, 48, 56, 64, 80, 96, 112, 128, 160, 192, 224, 256 und 320 kBit/s . Je höher die Bitrate, desto mehr Bits pro Sekunde aus der ursprünglichen Datei bleiben erhalten. Dadurch erhöht sich die Qualität, aber auch Größe der Dateien. Ab einer Bitrate von 192 KBit/s hört man bei vielen Musikstücken keinen Unterschied mehr zur CD-Qualität.

  • Von 32  bis 128 kBit/s: niedrige Bitraten
  • Zwischen 128 und 192 kBit/s: mittlere Bitraten
  • Über 192 kBit/s: hohe Bitraten

Die Qualität von MP3-Bitraten ist vom Grad der Komprimierung abhängig.
Konstante Bitrate (CBR)
Bei der konstanten Bitrate wird jeder Zeiteinheit (z.B. eine Sekunde) über die gesamte MP3-Datei hinweg immer die gleiche Speicherplatzgrösse zugeteilt. Die Qualität kann daher je nach Musikstück schwanken. Dafür lässt sich die entstehende Dateigröße genauer berechnen.

Variable Bitrate (VBR)
Die variable Bitrate ist für den normalen Gebrauch meist die beste Kompressionsmethode, denn mit ihr lässt sich eine konstant hohe Qualität erzeugen. Bei Acapella Stücken benötigt man keine 320 kBit/s, da hier nur wenig komplexe Frequenzen kodiert werden müssen. Wenn aber ein ganzes Orchester spielt, reichen 128 kBit/s normal nicht aus, um das ganze Frequenzspektrum der verschiedenen Instrumente abzudecken. Je nach Musikstück werden also dort mehr Bits benutzt wo sie wichtig sind – oder es können unwichtige Bits weggelassen werden. Dafür variiert die Dateigröße auch mehr.

Durchschnittliche Bitrate (ABR)
Manche MP3 Encoder unterstützen auch durchschnittliche Datenraten. Rein technisch ist diese Variante fast identisch mit der variablen Bitrate (VBR). Auch hier versucht die Encoder Software beim Musikstück immer eine gleichmäßige Qualität zu erreichen. Allerdings weicht die erzielte Bitrate oft minimal ab. Als Beispiel: Wenn man als Zielbitrate 128 kBit/s haben möchte, liegt die Bandbreite der erreichten Bitrate dann zwischen 120–140 kBit/s. Um die gewünschte durchschnittliche Bitrate möglichst exakt zu erreichen, bieten manche Codecs einen Kompressionsvorgang mit zwei Durchläufen an. Dabei wird zunächst das Material analysiert und erst im zweiten Durchlauf kodiert. Der ABR Modus entspricht also einer Mischung aus CBR und VBR und liegt daher qualitativ eher in der Mitte.

Welche Bitrate für die MP3 Komprimierung nehmen?

Immer wieder stellt sich auch die Frage, welche Bitrate man am besten bei der MP3 Konvertierung wählen sollte, um annähernd eine CD Qualität zu erhalten. Eine MP3 Komprimierung mit 192 kBit/s in variabler Bitrate ist hier ein idealer Kompromiss zwischen Größe und Qualität. Bei 128 kb/s hört man oft schon einen klaren Unterschied zu den Original Liedern von CD. Gerade Musikstücke mit viel Dynamik leiden bei zu großer Kompression am meisten (schwache Bässe, fehlende Höhen). Hier ist es also besser, eine höhere Bitrate zu verwenden.

Wie kann man die MP3 Bitrate ändern?

Es gibt zahlreiche Software Programme, mit denen sich die MP3 Bitrate von einer höheren in eine niedrige Bitrate umwandeln lässt. Zum Beispiel „winLAME“, „Razorlame“, „dBpowerAMP Music Converter“, „SUPER“, „XmediaRecode“, „MP3 Bitrate Changer“, „MP3 Quality Modifier“.

MP3 Bitraten ändern mit Winlame

Allerdings bringt es nichts, eine Datei von 128 Kbit/s auf 320 kBit/s zu konvertieren. Denn beim Konvertieren einer Musik von CD-Qualität nach MP3 wurden bereits viele Informationen aus dem Lied entfernt, um die Kompression zu erreichen. Durch Erhöhen der Bitrate von niedrig auf höher verschlechtert man die Qualität nur, da die Datei dafür nochmal encodieren werden muß.


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