Firmware Updates bergen hohes RisikoDas Betriebssystem eines Brenners ist das Herz des Gerätes: Und weil Fehlfunktionen häufig mit Fehlern bei der geräteinternen Software, der so genannten Firmware, erklärbar sind, kann das Aufspielen neuer Firmware mitunter Wunder bewirken. So können alte Brenner neues Leben eingehaucht bekommen. Doch Firmware-Updates sind nicht ohne Risiko, unter Umständen ist der Brenner hinterher sogar unbrauchbar.
Das Flashen kann wahre Wunder bewirken: CD- und DVD-Brenner kommen nach der Softwarekur plötzlich mit mehr Medien zurecht, außerdem lesen und schreiben sie schneller. «Ein Update kann ein Laufwerk in punkto Geschwindigkeit, Fehlertoleranz und Medienkompatibilität nachträglich verbessern», erklärt Ralf Dajek, Produktmanager beim Hersteller NEC Deutschland in München. Doch neue Features und neue Leistungen sind eher selten. Typischerweise werden per Firmware Fehler beseitigt. «Wegen Konkurrenzdruck reduzieren Hersteller ihre Qualitätsprüfungen auf ein Minimum», sagt Michael Nickles, Geschäftsführer der Expertenseite Nickles.de in München. Käufer schlagen sich als Folge dessen mit instabilen Systemen herum und ärgern sich über nicht korrekt arbeitende Funktionen. Ein Update ist aber risikoreich: Fällt beispielsweise der Strom aus oder stürzt der Rechner ab, sei das Gerät unter Umständen nicht mehr benutzbar, warnt Claudia Rietsch, verantwortliche Redakteurin beim «Hardwarejournal.de» Onlinemagazin. Der Anwender darf den Update-Prozess deshalb auf keinen Fall unterbrechen, auch wenn sich scheinbar nichts tut. Ein Firmware-Update sollte nur dann gemacht werden, wenn es absolut nötig ist, so Michael Nickles: «Eine neuere Firmware muss nicht zwangsläufig besser sein, sie kann auch neue Fehler bringen.» «Sportlicher Ehrgeiz ist hier fehl am Platz», sagt Holger Kubsch, Verkaufsmanager beim Hersteller Samsung Electronics in Schwalbach (Hessen). Denn anders als beim Betriebssystem für den Computer geht es hier nicht darum, immer die neueste Version zu haben. Vor dem Update sollte genau geprüft werden, ob die Firmware überhaupt für das Gerät geeignet ist. Das herauszufinden, ist oft gar nicht so einfach: «Viele Laufwerke haben eine nahezu identische Modellbezeichnung», warnt Kubsch. Der Tipp des Fachmanns lautet deshalb, auf die Buchstaben/Zahlenkombination nach der eigentlichen Modellbezeichnung zu achten. Kubsch empfiehlt außerdem, vor einem Firmware-Update zu prüfen, ob das Laufwerk physikalisch korrekt angeschlossen ist und die Kabel richtig und fest aufgesteckt sind. Wer allen Widrigkeiten zum Trotz dennoch flashen möchte, sollte darauf achten, dass dieses Update vom Hersteller autorisiert ist. «Zu warnen ist vor Firmware-Updates aus Internet-Foren», so Ralf Dajek. In diesem Fall kann es passieren, dass das Laufwerk hinterher nicht mehr funktioniert. Die meisten Hersteller weisen deshalb darauf hin, dass das Update Sache des Kunden ist: «NEC Deutschland übernimmt für unsachgemäß ausgeführte Updates keine Gewährleistung», sagt Dajek. Der Kunde handelt auf eigenes Risiko. Dieses lässt sich jedoch verringern, wenn der Anwender die alte Firmware vorher sichert. Falls das Update fehlschlägt, lässt sich so die alte Firmware wieder aufspielen. Als Vorsichtsmaßnahme empfiehlt Claudia Rietsch, mögliche Fehlerquellen zu deaktivieren. Dazu gehört es, Windows-Anwendungen wie Virenscanner oder Brennprogramme zu schließen. Auch sollte sich im Laufwerk keine CD-ROM befinden. Zu jeder Firmware liefern Hersteller der Expertin zufolge auch Textdateien, deren Anweisungen unbedingt gefolgt werden sollte. Dennoch bleibt das Risiko hoch: Ein «totgeflashter» Brenner kann Claudia Rietsch zufolge meist nur vom Hersteller wieder zum Leben erweckt werden. Für die Behebung des Fehlers knöpft der Hersteller dem Kunden dann Geld ab - die vermeintlich schnelle und kostenlose Fehlerbehebung durch ein Firmware-Update verkehrt sich so ins genaue Gegenteil. dpa/gms Februar 2003 Hier finden Sie weitere Tipps & Grundlagen zum Thema. |
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