Hardware - Software
 

CD Rohlinge - Reinigung und Pflege

Der richtige Umgang mit optischen Speichermedien schützt vor Datenverlust
CD- und DVD-Medien sind zwar ziemlich robust, unverwüstlich allerdings nicht

Viele erinnern sich noch an die Zeiten, als Musik vorrangig auf Vinylplatten gepresst wurde. Und wer einmal mit den schwarz gerillten Singles oder Langspielplatten zu tun hatte, weiß, wie vorsichtig man mit ihnen umgehen muss. Ein kleiner Kratzer oder Staubfussel, und aus den Lautsprechern kam mehr Rauschen als Musik. Musik ohne störendes Nebengeräusch, genau das versprach die Audio-CD, als sie vor rund 20 Jahren auf den Markt kam. Digitale Aufnahmeverfahren und optische Lese-/Schreibtechnologie sorgten für den Erfolg des neuen Datenträgers.

Zweifelsohne sind viele Menschen musikbegeistert und gehen daher vorsichtig mit ihren Audio-CDs um. Aber im Falle von CD-ROMs, CD-Rs, CD-RWs oder auch DVDs, auf denen heutzutage riesige Mengen unterschiedlicher digitaler Inhalte gespeichert sind, wird die richtige Handhabung, Pflege und Reinigung zu einer Frage der Datensicherheit.

Das Familienfotoalbum, das z.B. auf eine CD-R gebrannt ist, hat sicherlich für den Einzelnen einen hohen immateriellen Wert. Eine CD-R jedoch, auf der die technischen Zeichnungen oder Konstruktionsdaten eines kleinen Designbüros gespeichert sind, stellt schnell einen kommerziellen Wert von Tausenden von Euro dar. Das Beherzigen einiger weniger Pflegehinweise kann die Lebenszeit von optischen Medien verlängern und hilft, Datenverlust zu vermeiden.

1. Berühren Sie niemals die Speicherseite einer optischen Disk.
Ob nun das Medium vorbespielt oder bespielbar ist, die unbeschriftete, schimmernde Seite ist in beiden Fällen empfindlich für Fingerabdrücke, Kratzer, Staub und jede Art von mechanischen Einwirkungen. Die Disk sollte immer an den äußeren oder inneren Kanten angefasst werden. CD oder DVD haben für gewöhnlich nur eine Speicherseite. Ausnahmen von der Regel - so die DVD-RAM - befinden sich in einer Schutzhülle, mit der sie in das Laufwerk eingeführt werden.

2. Dunkel, kühl und trocken mögen es alle optischen Scheiben.
Obwohl zum Lesen und Beschreiben das Licht eines Lasers verwendet wird, ist Sonnenlicht ein Feind der Disks. Die UV-Strahlung von Sonnenlicht ist so aggressiv, dass sie die Speicherschicht im Innern der runden Scheiben beschädigen kann. Hohe Temperaturen können die Stabilität sowohl der Schutzbeschichtung als auch der Speicherschicht gefährden. Ebenso kann Hitze eine Deformation der Medien bewirken, was letztlich Lese- und Schreibfehler oder einen irreversiblen Datenverlust nach sich zieht. Auch Feuchtigkeit kann die Datenintegrität beeinträchtigen.

Obwohl das Kunststoffmaterial (Polykarbonat) der Ummantelung eigentlich wasserdicht ist, kann eine hohe Luftfeuchtigkeit in Zusammenhang mit hohen Temperaturen durchaus dazu führen, dass Feuchtigkeit bis in die Speicherschicht dringt und diese unter Umständen korrodiert. Wer seine Dateien über Jahrzehnte hinweg aufbewahren will, wird die Medien in einem CD- bzw. DVD-Case oder in einer Box aufbewahren, geschützt vor direkter UV-Strahlung und in einem Temperaturbereich von etwa -5°C bis maximal +30°C sowie einer relativen Luftfeuchtigkeit von 40 bis 60 Prozent.

3. CD Pflege? Sauber halten!
Nur eine saubere Disk ist eine zuverlässige Disk. Wenn einmal ein Fingerabdruck oder ein Staubfussel auf die CD-R oder DVD geraten ist, muss er entfernt werden. Spezielle und teurere CD-Reinigungsmittel können Sie sich sparen. Zur Reinigung genügen Wasser und ein weiches, fusselfreies Tuch - auch feine Papiertücher aus Zellstoff sind geeignet.

Lösungsmittel oder aggressive Reinigungsprodukte sind nicht zu empfehlen. Sollten sich fettige Ablagerungen auf der Disk befinden, darf auch ein Tropfen Spülmittel im Wasser sein oder etwas reiner Alkohol (aus der Drogerie oder Apotheke). Tabu sind alle sonstigen Reiniger, da sie entweder Rückstände hinterlassen oder mit Ammoniak, Säuren oder Azeton die Oberfläche angreifen.

4. Zarte Behandlung der Rohlinge.
Die beschriftete Seite der CD oder DVD ist ziemlich robust und spielt für den Lese- bzw. den Schreibvorgang keine Rolle. Dennoch sollte auch diese Seite nicht mechanisch beschädigt oder aggressiven chemischen Lösungsmitteln ausgesetzt werden. Um CDs und DVDs zu beschriften oder sie mit einem Etikett zu bekleben, werden Stifte mit weicher Spitze und Label mit beständiger Klebeschicht empfohlen.

5. Etiketten akkurat platzieren.
Noch wichtiger als die Qualität eines Etiketts ist die Art und Weise, wie es auf den Datenträger aufgebracht wird. Der elektrische Motor im Innern eines Hochgeschwindigkeits-Laufwerks (ab 40x aufwärts) arbeitet mit mehreren Tausend Umdrehungen pro Minute. Eine Disk, bei der das Label nicht präzise auf die Öffnung in der Mitte hin ausgerichtet ist, droht zu schwingen (oszillieren), was die Lese-/Schreibgenauigkeit negativ beeinflusst. Im schlimmsten Fall können das Medium und/oder das Laufwerk Schaden nehmen.

Quelle: Imation




Hier finden Sie weitere Workshops zum Thema.