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Wie finde ich den richtigen Netzwerkschrank?

Eigene Serverschränke sind bereits für kleinere Unternehmen von Interesse. Dabei müssen sie etliche Voraussetzungen erfüllen und mit dafür sorgen, räumliche Engpässe oder Unzulänglichkeiten zu beseitigen und die empfindlichen Server des Betriebs zu schützen.

Leider ist es gar nicht so einfach, einen passenden Schrank für diesen Zweck zu finden. Viele Netzwerkschränke sind eher auf die Belange von Großunternehmen abgestimmt und für kleinere Ansprüche schlichtweg überdimensioniert. Kleine Schränke hingegen richten sich nicht selten an Privatverbraucher oder Gamer und genügen den Ansprüchen eines Unternehmens nicht. Dieser Beitrag erklärt, wie Unternehmen einen geeigneten Schrank finden können und worauf zu achten ist.

Serverarchitektur für Unternehmen: Worauf ist dabei zu achten?

Der Netzwerkschrank muss zu den eigenen Bedürfnissen passen

Bevor es an die tatsächliche Auswahl geht, müssen die eigentlichen Faktoren begutachtet werden. Hier gibt es die äußeren und die inneren Umstände:

  • Äußere Faktoren – wo wird der Netzwerkschrank stehen? Jedes Unternehmen hat eigene Bedingungen und längst nicht jeder Betrieb hat den räumlichen Platz, das Netzwerk in einem größeren, top belüfteten und sonst abgeschlossenen Raum unterzubringen. Nicht selten muss der Serverschrank in einem der Büroräume untergebracht werden. In anderen Betrieben steht der Serverschrank in einem Raum mit Druckern, Scannern und Kopierern. Auch die sprichwörtliche Besenkammer wird nicht allzu setzen in einen Netzwerkraum umgewandelt.
  • Innere Faktoren – die Größe des unterzubringenden Netzwerks mitsamt all seiner Komponenten betrifft diesen Punkt.

Betriebe sollten aber auch an die Zukunft denken. Wächst das Unternehmen, werden auch die Anforderungen an das hauseigene Netzwerk und die Server steigen. Sie müssen mitunter erweitert und ergänzt werden, wodurch auch die Dimensionen des Netzwerksschranks wachsen.


Es ist daher gut, gleich zu Beginn einen etwas größeren Schrank zu wählen. Hier gibt es aber auch die Option, auf mitwachsende Schränke zu setzen: Sie bestehen aus Systemkomponenten, die einfach miteinander ergänzt werden können. Diese Lösung ist gerade für offenstehende Netzwerkschränke sinnvoll, da sich am Schluss weiterhin ein passendes Bild ergibt.

Welche Leistungsmerkmale sind wichtig?

Jeder Netzwerkschrank besitzt seine eigenen Merkmale, doch spielen fünf Kriterien eine besondere Bedeutung:

  • Sicherheit – sie ist besonders dann wichtig, wenn der Schrank zugänglich in einem der Büroräume steht. Nicht jeder Mitarbeiter oder Gast sollte einfach so Zugang zu den im Schrank aufbewahrten Komponenten haben. Deshalb ist ein guter Schließmechanismus unumgänglich. Je nach Modell funktioniert dieser mit Schlüsseln, es gibt aber auch elektronische Schlösser, die mit Codes, Chips oder biometrischen Daten arbeiten.
  • Tiefe/Traglast – es muss ausreichend Raum im Schrank vorhanden sein. Die Traglast entscheidet über die Höhe der Last, die auf den einzelnen Schrankböden aufbewahrt werden darf.
  • Stromversorgung – fällt ein Netzwerk im Unternehmen aus, liegt der Betrieb brach. Noch schlimmer ist aber, dass Daten verloren gehen können oder massive Sicherheitsmängel durch den Stromausfall entstehen können. Um dies zu verhindern, muss der Netzwerkschrank eine unterbrechungsfreie Stromversorgung besitzen, die bei einem Stromausfall einspringt.
  • Löscheinheit – diese ist gerade bei geschlossenen Schränken wichtig. Überhitzen die Komponenten und kommt es zu einer massiven Überhitzung, löscht die Einheit etwaige Feuer.
  • Kühlung/Belüftung – diese beiden Faktoren verhindern, dass die Löscheinheit überhaupt zum Einsatz kommt. Der Serverschrank muss eine Kühlung und Belüftung bereithalten, damit die Komponenten ständig gekühlt werden.

Serverschränke sind übrigens tiefer als Netzwerkschränke, wobei die typische Breite beider Schrankmodelle gleich ist. Zudem besitzen Serverschränke höhere Traglasten, wobei es hier aber auch günstigere Modelle mit einer geringeren Traglast gibt.

Je nach Standort kommen weitere Spezifikationen zum Tragen. Ist der Serverraum feucht oder verstaubt er schnell, sollten speziell abgedichtete Schränke genutzt werden, die möglichst wenig Staub und Feuchtigkeit hineinlassen.

Was darf ein Netzwerkschrank kosten?

Die Antwort hängt natürlich von den Bedürfnissen des Betriebs ab. Grundsätzlich muss der Netzwerkschrank so viel kosten, wie nötig, aber nicht auch nicht mehr. Ein kleinerer Schrank mit Wandbefestigung, der nur ein Gerät beherbergen muss und aufgrund der Umgebung keinerlei eigene Lüftung benötigt, kostet freilich deutlich weniger als Netzwerkschränke mit Platz für mehrere Komponenten. Muss nun noch eine eigene Kühlung oder Lüftung eingebaut werden, schnellt der Preis natürlich in die Höhe. Doch zu den reinen Schrankkosten kommen noch die der Komponenten:

  • Unterbau – manche Schränke stehen direkt auf den Boden, andere haben Standfüße oder Standschienen. Gerade bei Netzwerkschränken, die sichtbar in einem Büro stehen, muss der Unterbau so gestaltet sein, dass Kabel versteckt werden können.
  • Kabelschienen – natürlich, steht der Schrank mit der Rückseite an einer Wand oder wird er unsichtbar platziert, kann auf dieses Zubehör sogar verzichtet werden. Dennoch sind Kabelschienen eine gute Anschaffung, da sie schlichtweg für Ordnung sorgen.
  • Abdichtungen – in den meisten Bürogebäuden ist eine besondere Abdichtung gegen Feuchtigkeit nicht notwendig. Steht der Schrank jedoch in staubträchtigen Betrieben oder in einem Druckerraum, sollte die Dichtigkeit so hoch sein, dass feinste Staubpartikel nicht ins Innere gelangen.
  • Stromversorgung – hierauf sollte immer geachtet werden, damit ein Stromausfall die Systeme nicht beschädigt, sondern das Netzwerk sauber heruntergefahren werden oder gar auf Notstrom weiterlaufen kann. Betriebe, die einen Onlineshop auf dem im Schrank befindlichen Server hosten, sollten unbedingt auf eine unabhängige und sichere Stromzufuhr mit Schutzvorrichtungen achten und hier nicht am falschen Ende sparen.

Je nach Größe des Netzwerk- oder Serverschrankes können Betriebe durchaus mit Kosten um 500,00 Euro rechnen. Benötigen sie mehrere Schränke, können sie teils sparen, da zusammenhängende Schränke geringere Wandstärken benötigen.

Die IT und das Netzwerk sollte stets richtig geplant werden – Fehler können hier immer teuer werden.

Fazit – überlegen und vergleichen

Bevor es an die Anschaffung eines eigenen Netzwerkschranks geht, muss jeder Betrieb überlegen, wofür der Schrank genutzt werden wird und welche Komponenten in ihm verbaut werden. Nun kann es an die Auswahl der weiteren Einrichtungen und Faktoren gehen.

Ist ein konkretes Bild geschaffen, sollten die einzelnen Modelle der Hersteller miteinander verglichen und gegenübergestellt werden. Hier gilt: Auch das Zubehör mit vergleichen und prüfen, welcher Schrank bestens zu den eigenen Bedürfnissen passt. Ist das Zubehör deutlich teurer als ein Schrank, der bereits die Teile beinhaltet, darf die Wahl freilich auf den teureren Schrank fallen.

 

24. August 2018

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