USB-Anschlussfarben geben Hinweise auf die Geschwindigkeit und Funktionen eines USB-Ports. Farben wie Weiß, Schwarz, Blau oder Rot stehen häufig für bestimmte USB-Versionen und Eigenschaften. Da die Farbkennzeichnung jedoch nicht genormt ist, dienen sie nur als Orientierung – die tatsächlichen Funktionen können je nach Hersteller variieren.
USB-Farbcode verstehen: So helfen Farben bei der Orientierung
USB-Anschlussfarben sollen dem Nutzer eine schnelle visuelle Orientierung bieten. Je nach Farbe lässt sich oft erkennen, welche USB-Version ein Port unterstützt und ob zusätzliche Funktionen wie Schnellladen, Always-On-Strom oder SuperSpeed-Datenübertragung vorhanden sind.
Wichtig zu wissen: Es gibt keine verbindliche Norm für USB-Farbcodes. Viele Hersteller verwenden zwar ähnliche Farben für bestimmte Standards, aber sie sind dazu nicht verpflichtet. Deshalb ist die Farbe eines USB-Anschlusses zwar ein hilfreicher Hinweis – ersetzt jedoch nicht den Blick in die technischen Spezifikationen oder das Handbuch.
USB-Anschlussfarben im Detail: Weiß, Schwarz, Blau, Rot & weitere Farben

USB-Farbe Weiß – USB 1.0/1.1
Weiße USB-Anschlüsse stehen für die ältesten USB-Standards: USB 1.0 und USB 1.1. Sie erreichen maximal 12 Mbit/s und eignen sich nur für sehr einfache Geräte wie ältere Mäuse oder Tastaturen. In modernen Systemen kommen weiße Ports kaum noch vor.
USB-Farbe Schwarz – USB 2.0
Schwarze USB-Ports kennzeichnen in den meisten Fällen USB 2.0. Dieser Standard bietet Geschwindigkeiten bis 480 Mbit/s und ist nach wie vor weit verbreitet. Er eignet sich für Drucker, Scanner, Eingabegeräte und Geräte, die keine hohen Datenraten benötigen. Für moderne Anwendungen ist USB 2.0 jedoch vergleichsweise langsam.
USB-Farbe Blau – USB 3.0 (SuperSpeed)
Ein blauer Anschluss steht normalerweise für USB 3.0 mit SuperSpeed-Unterstützung. Die maximale Datenrate beträgt 5 Gbit/s, weshalb blaue Ports besonders für schnelle externe Festplatten, SSDs oder aktuelle USB-Sticks geeignet sind. Viele Mainboards und Laptops markieren alle SuperSpeed-Ports konsequent blau.
USB-Farbe Türkis – USB 3.1 Gen 1 / USB 3.2 Gen 1
Türkisfarbene oder sehr hellblaue USB-Anschlüsse weisen häufig auf USB 3.1 Gen 1 bzw. USB 3.2 Gen 1 hin. Beide Standards bieten ebenfalls 5 Gbit/s, werden jedoch in moderneren Geräten eingesetzt. Manche Hersteller nutzen Türkis als Abgrenzung zu älteren blau markierten USB-3.0-Ports.
USB-Farbe Rot – USB 3.1 Gen 2 / USB 3.2 Gen 2 & Always-On-Funktion
Rote USB-Anschlüsse stehen meist für besonders leistungsfähige Ports mit 10 Gbit/s oder 20 Gbit/s (USB 3.1 Gen 2 / USB 3.2 Gen 2). Zusätzlich unterstützen viele rote Ports eine Always-On- bzw. Schnellladefunktion, sodass Geräte wie Smartphones auch bei ausgeschaltetem PC aufgeladen werden können.
USB-Farbe Gelb/Orange – Sleep-and-Charge-Anschlüsse
Gelbe oder orangefarbene USB-Ports kennzeichnen Anschlüsse mit Dauerstromversorgung. Sie unterstützen „Sleep & Charge“, was bedeutet:
- der Port liefert Strom auch im Standby,
- oder bei komplett ausgeschaltetem PC.
Die USB-Version kann variieren (meist USB 3.0, manchmal USB 2.0). Die Farbe bezieht sich in erster Linie auf die Stromfunktion, nicht auf die Geschwindigkeit.

Warum USB-Farben nicht genormt sind
Auch wenn USB-Anschlussfarben häufig zur Orientierung genutzt werden, gibt es keine offizielle Norm, die Herstellern bestimmte Farben vorschreibt. Die USB-IF (der Verband hinter der USB-Standardisierung) definiert USB-Versionen, Steckerformen und Protokolle, aber keine Farbcodes.
Deshalb können sich USB-Farben von Hersteller zu Hersteller unterscheiden. Manche folgen den üblichen Farbzuordnungen (z. B. Blau für USB 3.0), andere verwenden eigene Farbkonzepte – oder verzichten komplett darauf. Besonders USB-C-Anschlüsse werden in der Regel nicht farbcodiert, weil Hersteller stattdessen Symbole und Beschriftungen nutzen.
Die sicherste Methode, einen USB-Port eindeutig zu identifizieren, bleibt daher ein Blick in:
- das Gerätehandbuch,
- die technischen Spezifikationen,
- oder die Mainboard-Beschriftung.
Farben dienen also nur als Hilfestellung, nicht als verlässlicher Standard.
Häufige Fragen zu USB-Anschlussfarben (FAQ)
Welche USB-Farbe ist die schnellste?
Die schnellsten USB-Anschlüsse sind meist rote Ports, da sie oft USB 3.1 Gen 2 oder USB 3.2 Gen 2 (10–20 Gbit/s) unterstützen. Die Farbe ist jedoch nicht verbindlich, daher sollte man immer die Gerätebeschreibung prüfen.
Woran erkenne ich den schnellsten Anschluss am Notebook?
Am sichersten ist ein Blick in die technischen Daten oder das Handbuch. Dort stehen die USB-Versionen und deren Position. Einige Hersteller markieren schnelle Ports farblich, andere verwenden nur Symbole oder Label.
Was tun, wenn alle Ports gleich aussehen?
Wenn keine Farbcodes vorhanden sind, helfen ein Blick in das Handbuch oder ein Test mit einem USB-3.0-Gerät. Manche Software-Tools (z. B. USB Device Tree Viewer) können die USB-Versionen softwareseitig identifizieren.
Warum haben USB-C-Anschlüsse keine Farben?
USB-C wird normalerweise nicht farbcodiert, weil Hersteller stattdessen Symbole für Daten, Laden, Thunderbolt oder DisplayPort verwenden. Die Funktion wird also über Piktogramme statt über Farben angezeigt.
Kann ein schwarzer USB-Anschluss USB 3.0 sein?
Ja, einige Hersteller verwenden keine Farbcodes. Schwarze Ports sind meist USB 2.0, aber eben nicht immer. Die genaue Spezifikation steht im Handbuch.
Kann ich ein USB-2.0-Gerät an einen roten Anschluss anschließen?
Ja. USB ist abwärtskompatibel. Ein USB-2.0-Gerät funktioniert an einem roten Port problemlos, allerdings immer nur mit der Geschwindigkeit des langsameren Standards.
Gibt es lilafarbene USB-Anschlüsse?
Ja, einige Hersteller nutzen lila oder violette Ports für spezielle Funktionen (z. B. spezielle USB-3.x-Varianten oder Always-On-Ports). Eine einheitliche Bedeutung haben diese Farben jedoch nicht.
Sind gelbe USB-Anschlüsse gefährlich für ältere Geräte?
Nein. Gelbe bzw. orangefarbene Ports liefern zwar Dauerstrom, halten sich aber an die USB-Norm. Bei normaler Nutzung besteht kein Risiko für ältere Geräte.
USB-Farben richtig einordnen: Worauf Nutzer wirklich achten sollten
USB-Farben können eine nützliche Orientierung bieten, wenn es darum geht, die Geschwindigkeit oder die Funktionen eines Ports einzuschätzen. Dennoch ersetzen sie niemals eine genaue technische Angabe, da es keine verbindliche Norm für USB-Farbcodes gibt und viele Hersteller eigene Farbmodelle verwenden. Besonders bei modernen Geräten wie Notebooks, USB-Hubs oder Mainboards findet man daher Farbmarkierungen, Symbolkennzeichnungen oder eine Kombination aus beidem.
Wer einen USB-Anschluss eindeutig identifizieren möchte, sollte immer auf die technischen Daten, die Beschriftung am Gerät oder das Handbuch zurückgreifen. Farben liefern hilfreiche Hinweise – aber wirklich zuverlässig wird die Zuordnung erst durch klare Angaben des Herstellers. Mit diesem Wissen lassen sich USB-Anschlüsse besser verstehen und gezielt jene Ports nutzen, die für Geschwindigkeit, Ladeleistung oder spezielle Funktionen geeignet sind.
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